Charles Darwin über Wissenschaft, Religion und Agnostizismus
Charles Darwin – la science, la religion et l’agnosticisme
mit/avec Prof. Dr. John Hedley Brooke
Freiburg i.Ü./Fribourg, 19.10.2023
Universität-Miséricorde, Hörsaal B/auditoire B, 19 Uhr/heures
Der Vortrag wurde auf Englisch gehalten. Sehen Sie ihn hier untertitelt auf YouTube.
(Der ursprünglich vorgesehene Referent Dr. Blume war am vorgesehenen Termin leider verhindert. Wir sind sehr froh, mit Prof. Dr. John Hedley Brooke einen hervorragenden Ersatz gefunden zu haben.)
Was hatte Darwin zum Thema Religion zu sagen? Was waren seine religiösen bzw. antireligiösen Überzeugungen? Glaubte er, dass seine Theorie der Evolution durch natürliche Selektion mit dem Glauben an einen Schöpfer unvereinbar war? War es seine revolutionäre Wissenschaft, die ihn zu einem Agnostiker machte?

John Hedley Brooke studierte Naturwissenschaften an der Universität Cambridge und schloss sein Studium 1965 mit einem Prädikatsexamen ab. Nachdem er in seinem Studium der Wissenschaftsgeschichte und -philosophie eine Auszeichnung erhalten hatte, widmete er sich in seiner Cambridge-Dissertation der Entwicklung der organischen Chemie im neunzehnten Jahrhundert.
1999 wurde er zum ersten Andreas Idreos-Professor für Wissenschaft und Religion an der Universität Oxford, zum Direktor des Ian Ramsey Centre und zum Fellow des Harris Manchester College ernannt. Von 2000 bis 2003 koordinierte er das Netzwerk der Europäischen Wissenschaftsstiftung zum Thema „Wissenschaft und menschliche Werte“.
John Hedley Brooke war Präsident der British Society for the History of Science, Präsident der Historical Section der British Science Association, Präsident des Forum for Science & Religion des Vereinigten Königreichs und Präsident der International Society for Science and Religion.
Literatur zum Vortrag
John Hedley Brooke, Science and Religion. Some historical perspectives
John Hedley Brooke bietet eine Einführung und einen kritischen Leitfaden zu einem der faszinierendsten und dauerhaftesten Themen in der Entwicklung der modernen Welt: die Beziehung zwischen wissenschaftlichem Denken und religiösem Glauben. Es ist allgemein bekannt, dass es in den westlichen Gesellschaften immer wieder Krisenzeiten gab, in denen die neue Wissenschaft die etablierte Autorität bedrohte. Der Prozess gegen Galilei im Jahr 1633 und der Aufruhr, den Darwins „Die Entstehung der Arten“ (1859) verursachte, sind zwei der bekanntesten Beispiele. Unter Berücksichtigung der jüngsten Forschungsergebnisse in der Wissenschaftsgeschichte wirft Brooke einen neuen Blick auf diese und ähnliche Episoden und zeigt, dass Wissenschaft und Religion in so vielfältiger Weise miteinander zu tun hatten, dass keine einfachen Verallgemeinerungen möglich sind.

Michael Blume, Evolution und Gottesfrage. Charles Darwin als Theologe
Charles Darwin, der Vater der Evolutionslehre, wird meist einfach als Naturforscher vorgestellt. Doch er war auch anglikanischer Theologe. Er erforschte auch Sprache, Moral und Religion. Und in seinem letzten Lebensjahr ließ sich der bekennende Agnostiker von einem Buch über „Das Glaubensbekenntnis der Wissenschaft“ begeistern. Der unbekannte Darwin – anregend für das Gespräch zwischen Naturwissenschaft und Glaube.
Bildnachweis:
Darwin tree, via wikimedia commons
Foto Michael Blume: die arge lola

I have this book which I will bring to the talk this evening:
Eine Handvoll Sternenstaub: Was das Universum über das Glück des Daseins erzählt (Herder Spektrum) – 16. September 2014
Lorenz Marti
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And „The Biology of Belief“ by Bruce H. Lipton
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